Samstag, Dezember 06, 2008

Dubai: Fassade und Scheinwelt

Nun ist Dubai bald Geschichte, in ein paar Stunden gehts mit dem Bus nach Abu Dhabi. Dieses Kapitel unserer Reise faellt sehr zwiespaeltig aus: das alte Dubai, mit seinen indischen Gassen und Schnellkuechen ist angenehm und lebendig, und auch die Leute sind hier sehr zuvorkommend (ich durfte sogar in der Klo-Schlange nach vorne!). Auch muss wiedermal der Service von Etihad (unsere Fluglinie) sehr lobend erwaehnt werden: beim Dubai City-Checkin hat uns die dortige Mannschaft wie Koenige behandelt, mit uns die Raeder verpackt und alles unternommen, damit diese Dinger durch das Roentgengeraet kommen.


Dann gibt es die andere Seite von Dubai: die sehr westliche Metropole voller Hochhaeuser, Glasfassaden und Arroganz. Die Taxifahrer hier sind zwar korrekt, aber unfreundlich. Fast wie Wiener Kellner. Das Geld hier spielt eine wichtige Rolle, es gibt schlicht zuviel davon. Und das staerkt nicht unbedingt den Charakter der Leute. Da kann es schon passieren, dass Taxifahrer wieder wegfahren, wenn ihnen die Strecke zu kurz erscheint.



Zwischen Starbucks, PizzaHut und Subway, Shopping Malls ohne Ende und Konsum der wildesten Art bleibt nichts uebrig als Fassade. Und das durchschaut man rasch. Dubai ist zwar eine Erfahrung, aber eine, die wir nicht nochmals machen wollen. Die Stadt ist - allgemein und pauschal gesprochen - keinen Besuch wert. Sehr wenig sehenswuerdiges (ausser dem Dubai Museum) und einem Ritt ueber den Creek mit einem wackligen Boot bleibt uns wohl nicht viel in Erinnerung. Die Hotelpreise sind hier gesalzen, was aber nicht unbedingt Service verspricht. Die Jugendherberge (das mit Abstand billigste hier - 50 Euro pro Nacht) ist zwar Zimmermaessig ok, aber die Reception eine Frechheit. Gerade dass man einem in die Augen schaut, wenn man etwas fraegt. Nun, wurscht das alles, wir essen nun zum x-ten mal Indisch, und das ist Trost hoch Zehn.

Aber auch die "westlichen" Touristen bekleckern sich hier nicht gerade mit Ruhm. Ein Bodybuilder laeuft ohne Shirt an der Hafenpromenade herum (sah aus wie ein Neandertaler), Russen kaufen wie gestoert im Goldsouq Schmuck und Uhren (falsche, natuerlich), und manche Frauen meinen, ein Minirock ist klimatechnisch wohl das richtige Kleidungsstueck hier. Ok, soll sein.

Die Essenz der Eindruecke von Dubai ist ein noch unvollstaendiges Bild; ein Bild aber, welches die dekadente Seite des Geldes, des ploetzlichen Wohlstands zeigt. Wie schon erwaehnt, das ist fuer uns kein Platz, den wir nochmals wiedersehen moechten.

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