Sonntag, Oktober 15, 2006

Es ist Oktober, gar nicht schlecht

Es ist Oktober, und das heißt, ja es ist Herbst, es ist neblig, und es ist Baseball Play-off-Time. Ich erwähne das nicht von ungefähr. Vor gut zwei Jahren habe ich um fünf Uhr morgens die Nachbarschaft in der Speckbachergasse im Wiener 16. Bezirk mit lautem Jubeljauchzen aus dem Bett geholt (Sie erinnern sich bestimmt - meine, ja meine, Red Sox aus Boston sind nach über 84 Jahren wieder Meister geworden).
Letztes Jahr hatten es die White Sox geschafft, auch nicht so übel, aber doch ohne die intensive Emotion des Vorjahres. Und heuer? Ach ja, unglaublich aber wahr, die Detroit Tigers schicken sich an, wieder mal Geschichte zu schreiben... Vor drei oder vier Jahren hatten die noch rund 110 Spiele (von 156) verloren, und jetzt fahren sie über die Yankees und die Athletics einfach drüber. Das gefällt.
Und was fällt einem Redakteur des amerikanischen Sportsenders ESPN dazu ein? "Das letzte Mal, als die Tigers in einem Finale standen, da saß Ronald Reagan im Weißen Haus und Prince tönte aus den nicht-vorhandenen IPods." So oder so ähnlich.

Das warf mich also ins Jahr 1984 zurück, und da hatte ich nicht mal den Furz einer Ahnung, dass es sowas wie Baseball überhaupt gab. Der Oktober 1984 war der Beginn meiner 3. Klasse Gymnasium, in der Blumenstraße in Bregenz, ein nicht besonders anmutender Betonklotz, und die meisten Lehrer dort waren von der gleichen inneren Natur.
Da ging man also mit Schrecken im Morgendunkel die fünfzehn Minuten Fußweg, und bestens gelaunt ein paar Stunden später wieder retour. Wie ich diese Zeit halbwegs unbeschadet überstanden habe, ist mir eigentlich bis heute ein Rätsel. In der Arbeitswelt würde man sich an die Arbeitkammer wenden und wegen psychischem Dauerstress den Arbeitgeber klagen. Vielleicht auch die Arbeitszeiten mal kontrollieren. Nun, damit das nicht zu einer post-traumatischen Plapperstunde wird und ich mich hier so richtig auslassen kann, weil ja jetzt eh keiner dagegen reden kann, erkläre ich, dass der Monat Oktober gar nicht so schlecht ist.
Nicht weil da die Waagen zu Hause sind und die Welt ein paar ausgeglichene Typen dringend nötig hat. Oder weil mir der Herbstwind so super taugt. Im Oktober passieren einfach immer geniale Dinge (siehe 2004 und 1918 - Boston Red Sox werden Meister), oder auch bedeutende: der Sputnik wird in den Himmel geschossen, das Taj Mahal fertiggestellt, der Hessische Rundfunk gegründet und Liz Taylor (wer kennt die denn noch?) heiratet zum 8. mal. John Lennon wird geboren und Che Guevarra ermordet. Also, nochmals: es ist Oktober.

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1 Comments:

At 11:55 nachm., Anonymous Anonym said...

Die wichtigsten Termine im Oktober
sind trotzdem der 09 und 17.

 

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